{"id":21577,"date":"2019-12-05T10:06:25","date_gmt":"2019-12-05T10:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21577"},"modified":"2021-01-19T12:29:50","modified_gmt":"2021-01-19T12:29:50","slug":"pub-i-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21577","title":{"rendered":"Pub I Deutsch"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Anzucht der Gattungen&nbsp;<\/strong><em><strong>Chloraea<\/strong><\/em><strong>&nbsp;Lindl. 1827,&nbsp;<\/strong><em><strong>Gavilea<\/strong><\/em><strong>&nbsp;Poepp. 1833 und&nbsp;<\/strong><em><strong>Megastylis<\/strong><\/em><strong>&nbsp;Schltr. 1914<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Gerhard Raschun jun.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h5><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Bisher wurden die Gattungen&nbsp;<em>Chloraea<\/em>,&nbsp;<em>Gavilea<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Megastylis<\/em>&nbsp;von den Wissenschaftlern kaum beachtet. Nur wenige Systematiker besch\u00e4ftigen sich mit der Subtribus&nbsp;&nbsp;<em>Chloraeinae<\/em>&nbsp;&nbsp;Reichenbach.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gattung&nbsp;<em>Chloraea<\/em>&nbsp;ist mit ca. 45 Arten (Correa, 1969) in S\u00fcdamerika beheimatet. Die Verbreitung erstreckt sich vom Feuerland entlang an den Andenausl\u00e4ufen der Pazifikk\u00fcste bis nach Peru, bzw. an der Atlantikk\u00fcste entlang bis nach S\u00fcdbrasilien. Die Gattung&nbsp;<em>Gavilea<\/em>&nbsp;beschr\u00e4nkt sich mit ca. 15 Arten auf S\u00fcdchile, S\u00fcdargentinien und den Malvinen. Die Gattung&nbsp;<em>Megastylis<\/em>, 7 Arten umfassend, ist ein Endemit Neu Kaledoniens, die Art&nbsp;<em>M. gigas<\/em>&nbsp;findet man auch noch auf den Neuen Hybriden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der in Gr\u00f6\u00dfe, Gestalt und Farbe bezaubernden Bl\u00fcten, welche mit Epiphytenbl\u00fcten an Sch\u00f6nheit jederzeit konkurrieren k\u00f6nnen, fanden diese Gattungen auch bei Kultivateuren keinen Anklang. Einerseits mag ihre Unbekanntheit und die beinahe unm\u00f6gliche legale Beschaffung Schuld tragen, andererseits sollen Pflanzen dieser Gattungen aufgrund ihres angeblich hohen Mykotrophiegrades (Perner, 1992) schwierig in Kultur zu pflegen sein. Laut m\u00fcndlicher Aussagen einiger Erdorchideen-Kultivateure (anonymus, 1996), sind die vor einigen Jahren von einer deutschen G\u00e4rtnerei importierten und ver\u00e4u\u00dferten Pflanzen bald darauf aus den Kulturen verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcngsten, bahnbrechenden Erkenntnisse der Molekularbiologie und der Phylogenetik unterst\u00fctzen eine Neubearbeitung der&nbsp;<em>Orchidaceae<\/em>. Daf\u00fcr ist jedoch laufend frisches Bl\u00fctenmaterial n\u00f6tig, welches wegen fehlender Kulturpflanzen schwer zu beschaffen ist. Dies war unter anderem der ausl\u00f6sende Faktor, um mit Anzuchtversuchen mit diesen Gattungen zu beginnen, und in weiterer Folge einen Kulturbestand zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Durchf\u00fchrung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Neben Samen aus reifen, bereits aufgesprungenen Kapseln von verschiedenen&nbsp;<em>Chloraea<\/em>-Arten (<em>C. cylindrostachya, C. magellanica, C. reticulata<\/em>, spec. etc.),&nbsp;<em>Gavilea lutea<\/em>und&nbsp;<em>Megastylis spec<\/em>., wurden noch gr\u00fcne Samenst\u00e4nde von&nbsp;<em>G. lutea<\/em>&nbsp;f\u00fcr die Anzucht verwendet. Mikroskopische Untersuchungen zeigten, dass die Samenstruktur der von weitgehend verwandten Gattungen aus Australien \u00e4hneln (<em>Caladenia, Pterostylis, Thelymitra, Pachyplectron<\/em>&nbsp;aus Neu Kaledonien etc.). Die erhaltenen Samenportionen waren durch den Transport stark mit Bakterien und Schadpilzen kontaminiert. Um die Saat steril auf den asymbiotischen N\u00e4hrboden zu bekommen, wurden die Samen vor der Aussaat 24 h lang bei Raumtemperaturen in 1%iger Saccharosel\u00f6sung inkubiert. Dadurch werden Schadpilze, etwa&nbsp;<em>Aspergillus<\/em>-St\u00e4mme oder \u00e4hnliche Pilze bzw. Sporen, welche innerhalb der Testa versteckt und f\u00fcr das Desinfektionsmittel meist unerreichbar sind, zum Wachstum angeregt, und werden bei der folgenden Desinfektion leichter abget\u00f6tet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Samen der untersuchten Arten zeigten sich analog den australischen Arten&nbsp;<em>Cryptostylis, Thelymitra, Caladenia<\/em>&nbsp;etc. sehr empfindlich gegen\u00fcber h\u00f6herer Hypochlorit-Konzentration bzw. l\u00e4ngerer Einwirkzeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Der geeignete Bleichgrad der&nbsp;<em>Chloraea<\/em>&#8211; und&nbsp;<em>Gavilea<\/em>-Samen wurde durch 6-7min\u00fctige Behandlung mit 0,5%iger Natriumhypochloritl\u00f6sung erreicht. Dem Desinfektionsmittel wurde zur Herabsetzung der Oberfl\u00e4chenspannung bzw. um eine Nachwirkung des Hypochlorits zu verhindern, etwas Tween 80 (Polyoxy\u00e4thylensorbitanmonooleat) zugesetzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Aussaat- sowie Umbeet-N\u00e4hrboden wurde ein SM-Medium (Malmgren) gew\u00e4hlt. Dieser N\u00e4hrboden zeichnet sich besonders durch seine geringe Toxidit\u00e4t gegen\u00fcber der S\u00e4mlinge aus, da anorganisches Nitrat vollst\u00e4ndig durch Aminos\u00e4uren als Stickstoffquelle substituiert ist.<\/p>\n\n\n\n<h6>SM-N\u00e4hrboden (nach Malmgren, 1992):<\/h6>\n\n\n\n<p>Ca3(PO)4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;75mg<br>KH2PO4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;75mg<br>MgSO4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;75 mg<br>FeSO4&nbsp;10 mg<br>Soluvit&nbsp;&nbsp;1 Ampulle (Vitamin-B-L\u00f6sung)<br>Vaminolac&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;300 mg Aminos\u00e4uren<br>Saccharose&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;10 g<br>Aktivkohle&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;0,5-1g<br>Agar Agar&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;8 g<br>Ananassaft&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;25 ml<br>ad 1000ml demin. Wasser<br>pH 5,5 &#8211; 5,8 einstellen<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aussaatflaschen wurden im Dunkeln bei 22\u00b0C aufgestellt. Nach etwa 3 Wochen konnte die Keimung festgestellt werden. Die Keimrate war relativ gering, lag je nach Art zwischen 5 und 10%. Es ist anzunehmen, dass durch eine verfeinerte Saatvorbehandlung mit 0,5%iger H2SO4 und 0,3%igem NaOCl, sowie frischer Saat eine durchaus h\u00f6here Keimrate erreichbar w\u00e4re.<br><br>Von&nbsp;<em>Gavilea lutea<\/em>&nbsp;wurden auch gr\u00fcne Samenst\u00e4nde erhalten. Die Reifezeit der unreifen Kapseln war unbekannt. Die Samen an den Samenleisten hatten ein wei\u00dfes, glasiges Aussehen, die Zellen der Testa waren noch nicht abgestorben und verholzt. Der auf SM-Medium ausges\u00e4te unreife Samen zeigte schon nach zwei Wochen eine nahezu 100%ige Keimrate.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Monat nach der Aussaat erreichten die Protokorme das Kreiselstadium. Auf ein neues Medium umgebettet und unter Licht gestellt, streckten die Protokorme alsbald ihre Spro\u00dfspitzen und bildeten schmale, 4-6 cm lange r\u00fcbenf\u00f6rmige Wurzeln. Nach einem Jahr erreichten die S\u00e4mlinge eine H\u00f6he von 4-7 cm, und waren pikierf\u00e4hig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Probleme, welche sich innerhalb der in vitro Phase zeigen, sind \u00e4hnlich denen, die bei der Anzucht von<em>&nbsp;Himantoglossum<\/em>-Arten auftreten. Einige Protokorme proliferieren, obwohl auf jegliche Zugabe von Auxinen verzichtet wurde. Protokorme mit Spro\u00dfspitzen jedoch wachsen und differenzieren sich ausgezeichnet auf frischem N\u00e4hrboden weiter. Eine K\u00fchlphase, welche die Bildung der R\u00fcbenwurzeln induzieren sollte, war nicht n\u00f6tig. Bei einer zu hohen Protokormdichte wurden die Protokorme nekrotisch, \u00e4hnlich wie auch bei<em>&nbsp;Ophrys<\/em>&#8211; und&nbsp;<em>Orchis<\/em>-Arten.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Symbiotische Aussaat<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Da die Forschungsarbeit der letzten Jahre prim\u00e4r der symbiotischen Anzucht gewidmet wurde, und bisher gute Ergebnisse bei zahlreichen Gattungen erzielt werden konnten, wurden auch symbiotische Aussaatversuche mit reifer&nbsp;<em>Chlorea<\/em>-Saat durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Medium wurde bei Aussaat und Umbetten der Oat-N\u00e4hrboden (Clements et al., 1986) verwendet.&nbsp;<br><br>2,5 g Haferflocken gemahlen<br>7 g&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Agar Agar<br>ad 1000 ml demin. Wasser<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Test gelangten Pilzst\u00e4mme, welche bisher erfolgreich bei anderen Gattungen verwendet wurden. Bei gleichen Bedingungen, wie bei der asymbiotischen Aussaat, konnte Keimung und effizientes Wachstum auf zwei Pilzen festgestellt werden. Pilz I wurde aus&nbsp;<em>Pterostylis<\/em>&nbsp;isoliert, Pilz II aus&nbsp;<em>Orchis morio<\/em>. Beide Pilze wurden laut Hyphenmorphologie(Lactophenolblau-Pr\u00e4perat) und Anf\u00e4rben der Zellkerne (Acridinorange-Pr\u00e4perat) am ehesten der Gattung&nbsp;<em>Ceratorhiza<\/em>&nbsp;(<em>Ceratobasidium<\/em>-telemorph) zugeordnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die symbiotischen Protokorme wurden alle 12 Wochen auf neuen Haferflocken-N\u00e4hrboden gelegt. Nach 6 Monaten erreichten die S\u00e4mlinge Pikierreife, jedoch waren die Wurzeln wegen der Ern\u00e4hrung \u00fcber die Symbionten nicht so stark ausgepr\u00e4gt, wie in der pilzfreien Kultur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da von&nbsp;<em>Megastylis spe<\/em>c. leider nur sehr wenig Saat vorlag, konnte nur ein symbiotischer Versuch durchgef\u00fchrt werden. Unter gleicher Vorbehandlung zeigten sich auf beiden Pilzen einige Protokorme, die zu besonders fleischigen S\u00e4mlingen weiterwuchsen, ohne ihre Spro\u00dfspitze zu sehr zu strecken.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Kultur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich wurden zwei Substrattypen getestet. Substrattyp I bestand im Hinblick auf den Naturstandort aus neutralem, kr\u00fcmeligem Lehm, bei welchem durch Zusatz von Seramis und Perlit die Wasser- und Luftf\u00fchrung verbessert wurde. Substrat II, ein bisher f\u00fcr viele Erdorchideen bew\u00e4hrtes Gemisch, besteht aus 1 Teil torffreiem Rindenhumus und 3 Teilen Seramis:Perlit: gutgewaschenem Bl\u00e4hton 2-4mm (1:1:1). In beiden Substrattypen etablierten sich die S\u00e4mlinge. Zu erw\u00e4hnen w\u00e4re eine besondere Empfindlichkeit in den ersten Wochen gegen\u00fcber zu geringer Luftfeuchtigkeit, wie sie bei anderen S\u00e4mlingen aus der Flasche nicht beobachtet werden konnte. Das Substrat selbst sollte jedoch recht trocken gehalten werden, zu starkes Gie\u00dfen f\u00fchrt zum Verlust der S\u00e4mlinge. Die symbiotischen S\u00e4mlinge zeigten sich wesentlich resistenter gegen\u00fcber F\u00e4ulnis. Auch an andere Kultivateure weitergegebene S\u00e4mlinge zeigten ein z\u00fcgiges Wachstum, welches f\u00fcr die gute Kultivierbarkeit spricht. Die&nbsp;<em>Chloraea<\/em>-,&nbsp;<em>Gavilea<\/em>-, und&nbsp;<em>Megastylis<\/em>-S\u00e4mlinge werden zusammen mit anderen Arten aus dem gem\u00e4\u00dfigten Klima kultiviert. Allgemein kann die Kultur mit der von mediterranen Arten verglichen werden. W\u00e4hrend die Temperatur an&nbsp;<em>Megastylis<\/em>-Standorten auf Neu Kaledonien zwischen 0 und 30 \u00b0C schwankt, kann es an h\u00f6her gelegenen&nbsp;<em>Chloraea<\/em>&#8211; und&nbsp;<em>Gavilea-S<\/em>tandorten am Fu\u00df der Anden auch zu Schneefall und Temperaturen unter den Gefrierpunkt kommen.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Schutz<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Noch wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die S\u00e4mlinge Bl\u00fchst\u00e4rke erreichen werden, doch der bisher erfolgreiche Verlauf der Anzucht und Kultur zeigen, dass der Vorschlag von Perner (1992), einige Pflanzen f\u00fcr Kulturversuche \u2013durchgef\u00fchrt von Speziallisten- den Naturstandorten zu entnehmen, umgangen werden kann. Da Botanische G\u00e4rten und sonstige \u00f6ffentliche Institutionen meist bei ihrer Kultur ein breites Artenspektrum abdecken m\u00fcssen, sind diese kaum imstande, schwer zu kultivierende terrestrische Arten verlustfrei zu pflegen. Nur wenige Speziallisten, zumeist Privatpersonen, sind dazu wirklich imstande.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei der Inkulturnahme des 1981 durch Elizabeth Besse in Peru entdeckten&nbsp;<em>Phragmipedium besseae<\/em>&nbsp;kam es zu Totalausf\u00e4llen. Inzwischen sind aus Samen gezogene Pflanzen selbst f\u00fcr Anf\u00e4nger am Fensterbrett erfolgreich zu kultivieren. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr&nbsp;<em>Goodyera macrophylla<\/em>. Diese Beispiele k\u00f6nnte man mit weiteren Arten beliebig fortsetzen. Schuld an den Ausf\u00e4llen der in Kultur genommenen Importpflanzen ist hier also keinesfalls der Mykotrophiegrad, sondern im weitesten Sinne sind es Kulturfehler. Alle klimatischen Faktoren der Standorte lassen sich unter Glas nicht simulieren, und entnommene Pflanzen besitzen eine geringe Toleranz gegen diese Kulturfehler.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Noch gibt es gro\u00dfe, unber\u00fchrte Best\u00e4nde von&nbsp;<em>Chloraea<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Gavilea<\/em>&nbsp;in Patagonien und im Andengebiet. Diese findet man in streng bewachten Nationalparks. Andererseits werden von lateinamerikanischen Staaten auch f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke keine Ausfuhrgenehmigungen ausgestellt, sodass ein legaler Import nach Europa unm\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Aussichten<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Es scheint, dass der Mykotrophiegrad (ein Begriff, den Sadovsky pr\u00e4gte, und heute h\u00f6chst umstritten ist) von<em>&nbsp;Chloraea<\/em>,&nbsp;<em>Gavilea<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Megastylis<\/em>&nbsp;\u00fcbersch\u00e4tzt wurde. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass sich sowohl Anzucht wie auch Kultur bewerkstelligen lassen. Zur Kl\u00e4rung der Mykotrophieprobleme w\u00e4ren aber Wurzelentnahmen n\u00f6tig, um \u00fcber die Identit\u00e4t und Rolle der Symbionten Auskunft geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachfrage nach Bl\u00fctenmaterial weiterer, den untersuchten Arten nahestehenden Gattungen, etwa&nbsp;<em>Bipinnul<\/em>a,&nbsp;<em>Codonorchis<\/em>,&nbsp;<em>Geoblasta<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Rimacola<\/em>&nbsp;(Australien), zeigt die Notwendigkeit weiterer Arbeit auf diesem Gebiet. Erschwert wird dies vor allem durch die schwierige Beschaffung des Samenmaterials.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenngleich nun auch durch in vitro-Kulturen S\u00e4mlinge in gen\u00fcgender Zahl produziert werden, wird es an der weiterf\u00fchrenden Kultur liegen, ob hier der Aufwand mit einen etablierten Bestand und Bl\u00fcten honoriert wird.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Dank<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wertvolle Hinweise bez\u00fcglich Kultur danke ich Herrn M. D\u00f6pper\/Ledenitzen. Gr\u00f6\u00dften Dank schulde ich auch Herrn J. B\u00f6hm\/Homburg und Herrn G. Deutsch\/Graz, f\u00fcr die gute Zusammenarbeit. Stellvertretend f\u00fcr die vielen Kollegen, welche die Arbeit mit Samenmaterial unterst\u00fctzten, m\u00f6chte ich hier Herrn H.E. Brennecke\/Hoisdorf, den Herren J. und P. Poweleit\/Neum\u00fcnster, Herrn A. Sieder und Herrn F. Tod\/beide Botanischer Garten Wien, und Herrn J. Sommer\/M\u00f6rbisch danken. Mein besonderer Dank, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung, welche diese Arbeit erst erm\u00f6glichte, gilt Herrn K. Robatsch\/Klagenfurt.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Literatur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Anonymous (1996): M\u00fcndliche Mitteilung.<br>Brieger, F.G., R. Maatsch und K. Senghas: Die Orchideen R. Schlechter, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg (in Fortsetzung)<br>Clements, M.A., H. Muir und P.J. Cribb (1986): A preliminary report on the symbiotic germination of European terrestrial orchids. Kew Bulletin Vol. 41 (2). 437ff.&nbsp;<br>Correa, M.N. (1969):&nbsp;<em>Chloraea<\/em>, genero sudameriko de&nbsp;<em>Orchidaceae<\/em>.Darwiniane 15.No.3-4<br>Dodson, C.H. und J.Kuhn (1981):&nbsp;<em>Phragmipedium besseae<\/em>-A new species from Peru. AOS Bulletin 50(11): 367-369<br>Malmgren, S. (1992): Large scale asymbiotic propagation of&nbsp;<em>Cypripedium calceolus<\/em>.&nbsp;Botanic Gardens Micropropagation News, Bot. Garden Kew: 1(5): 59ff<br>Perner, H. (1992):&nbsp;<em>Chloraea magellanica&nbsp;<\/em>Hook. f. 1847, eine bemerkenswerte Orchidee aus dem S\u00fcden Chiles und Argentiniens. Die Orchidee 43 (5), 227ff.&nbsp;<br>Robatsch, K. (1997): Beitr\u00e4ge zur Phylogenie und Bl\u00fctenbiologie der Subtribus&nbsp;<em>Chloraei<\/em>nae der Tribus&nbsp;<em>Spirantheae<\/em>&nbsp;und der Subtribus&nbsp;<em>Codonorchidinae<\/em>&nbsp;der Tribus&nbsp;<em>Diurideae<\/em>. Manuskript Sadovsky, O. (1968): Orchideen im eigenen Garten.BLV<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Bilder<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Bild 1:&nbsp;<em>Gavilea lutea<\/em>&nbsp;am Standort, Habitus, Patagonien, Photo K. Robatsch<br>Bild 2:&nbsp;<em>G. lutea<\/em>, Infloreszenz, Photo K. Robatsch<br>Bild 3: links: vereinzelte, fast bl\u00fchstarkes Exemplar von&nbsp;<em>Chloraea spec<\/em>.,&nbsp;<br>mitte: Gemeinschaftstopf mit bereits etablierten&nbsp;<em>Gavilea lutea<\/em>, rechts:<br>pikierfertige S\u00e4mlinge von&nbsp;<em>Chloraea spec<\/em>., besonders auffallend das starke Wurzelwachstum Photo G. Raschun<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Erg\u00e4nzung:<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Hier werden Aufnahmen der gezogenen Pflanzen im 5ten Vegetationsjahr gezeigt. Es ist anzunehmen, dass dies die ersten k\u00fcnstlich gezogenen&nbsp;<em>Gavilea ssp<\/em>.\/<em>&nbsp;Chloraea ssp.<\/em>&nbsp;in Kultur sind, die zur Bl\u00fcte gebracht werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Chloraea-Bestand.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"576\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Chloraea-Bestand.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21578\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21578\" class=\"wp-image-21578\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Chloraea-Bestand.jpg 768w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Chloraea-Bestand-600x450.jpg 600w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Chloraea-Bestand-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Chloraea-Bestand<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gav.odorat.invlor.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"457\" height=\"576\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gav.odorat.invlor.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21579\" data-full-url=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gav.odorat.invlor.jpg\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21579\" class=\"wp-image-21579\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gav.odorat.invlor.jpg 457w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gav.odorat.invlor-238x300.jpg 238w\" sizes=\"(max-width: 457px) 100vw, 457px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Gav.odorat.invlor!!!<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Anschrift des Autors:<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Gerhard Raschun jun.<br>Elsterweg 14<br>A-9161 Maria Rain<br>Austria\/Europe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anzucht der Gattungen&nbsp;Chloraea&nbsp;Lindl. 1827,&nbsp;Gavilea&nbsp;Poepp. 1833 und&nbsp;Megastylis&nbsp;Schltr. 1914 Gerhard Raschun jun. 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