{"id":21416,"date":"2019-12-04T11:20:14","date_gmt":"2019-12-04T11:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21416"},"modified":"2021-01-19T12:31:11","modified_gmt":"2021-01-19T12:31:11","slug":"dactylanthera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21416","title":{"rendered":"Dactylanthera"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><strong><em>Dactylanthera<\/em><\/strong>&nbsp;P.F.Hunt &amp; Summerh. (1966)&nbsp;,ist der intergenerische Hybrid zwischen den Gattung&nbsp;<em>Dactylorhiza<\/em>&nbsp; Necker ex Nevski&nbsp;und&nbsp;<em>Platanthera<\/em>&nbsp;L.C.M. Richard m\u00f6glich ?<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>In einer Aufforstung, in welcher&nbsp;<em>Dactylorhiza fuchsii<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Platanthera bifolia<\/em>&nbsp;nebeneinander in allen Altersstufen zu finden waren, wurden im Zuge eines Projektes, Wurzelproben von beiden&nbsp;&nbsp;Orchideenarten entnommen. Das Projekt hatte die Auffindung von keimf\u00f6rdernden Symbionten zum Ziel, und wurde mit einer Ausnahme-Genehmigung der K\u00e4rntner Landesregierung durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Arbeiten konnte vom Autor beobachtet werden, wie bl\u00fchende Individuen beider Orchideen-Arten von Hummeln auf der Suche nach Nektar besucht wurden. Es konnte jedoch kein Pollentransport durch die besuchenden Hummeln, insbesondere bei&nbsp;<em>P. bifolia<\/em>,&nbsp;&nbsp;festgestellt werden&nbsp;&nbsp;( die wei\u00dfe Bl\u00fctenf\u00e4rbung und der verst\u00e4rkt bei Dunkelheit abgegebene Duft bei&nbsp;<em>P. bifolia<\/em>&nbsp;signalisiert, dass&nbsp;&nbsp;die Bl\u00fcten bei der Best\u00e4ubung auf Nacht-aktiven Best\u00e4uber ausgerichtet sind ). Aufgrund der Beobachtung wurden \u00dcberlegungen angestellt, ob eine Kreuzbest\u00e4ubung zwischen diesen beiden Gattungen m\u00f6glich w\u00e4re, bzw. ob genetische Barrieren die Entstehung von intergenerischen Hybriden ausschlie\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Angaben \u00fcber die Existenz solcher Hybridpflanzen gab es bereits , doch bislang fehlte eine befriedigende Kl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Meist liegen keine oder unbefriedigende&nbsp;&nbsp;Foto- \/ Herbarbelege vor. Der einzige, aussagekr\u00e4ftige Herbarbeleg d\u00fcrfte im Landesarchiv des Botanischen Institutes in Graz liegen. Viele der fraglichen Pflanzen werden sp\u00e4ter als abnormale Mutation erkannt, wie z.B. die bei Mid Perth und den \u00c4u\u00dferen Hebriden beobachteten Pflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Systematik der&nbsp;<em>Orchidaceae<\/em>&nbsp;wurde durch die molekularbiologischen Arbeiten von Bateman et. al. 19\u00df\u00df vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitet. Die Neuordnung gibt jedoch keine Auskunft dar\u00fcber, innerhalb welcher Grenzen eine Hybridisation genetisch m\u00f6glich ist. Um dies zu kl\u00e4ren, wurde mit Zuchtversuchen begonnen.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Saatgewinnung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Im Gew\u00e4chshaus-Bestand des Autors \u00fcberschnitten sich die Bl\u00fchzeiten von&nbsp;<em>Dactylorhizafoliosa<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>D. praetermissa<\/em>, mit der von&nbsp;<em>Platanthera bifolia<\/em>. Um die Kreuzungsm\u00f6glichkeit in beiden Richtungen zu beweisen, wurden&nbsp;<em>Dactylorhiza praetermissa<\/em>-Bl\u00fcten mit Pollinien von&nbsp;<em>Platanthera bifolia<\/em>&nbsp;belegt, bzw. Bl\u00fcten von&nbsp;<em>Platanthera bifolia<\/em>&nbsp;mit Pollinien von&nbsp;<em>Dactylorhiza foliosa<\/em>&nbsp;belegt. Durch die Auswahl dieser Kombinationen wird die Bedeutung des Pollenspenders bzw. Pollenempf\u00e4ngers erarbeitet. Da es sich bei&nbsp;<em>Dactylorhiza foliosa<\/em>&nbsp;um eine diploide ( 2n= 40 ) Art, und bei&nbsp;<em>Dactylorhiza praetermissa<\/em>&nbsp;um eine allotetraploide ( 2n = 80 ) Art handelt, kann auch gleichzeitig die Frage \u00fcber einen m\u00f6glichen Einfluss des Ploidiegrades gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Aussaat<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>10 Wochen nach der Best\u00e4ubung wurden die Samen aus den bereits aufgesprungenen Kapseln gewonnen. Mikroskopische Kontrollen des Saatgutes bewiesen, dass in beiden Kombinationen gen\u00fcgend fertile Embryonen vorhanden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>24 Stunden wurden die Samen in Wasser, welchem zur Oberfl\u00e4chenentspannung&nbsp;&nbsp;Tween 80 zugesetzt wurde, bei Raumtemperatur inkubiert. Nach 10min\u00fctiger&nbsp;&nbsp;Desinfektion mit 0,5%iger Natriumhypochloritl\u00f6sung wurden die Samen auf SM-Medium ausgespatelt.<\/p>\n\n\n\n<h6>SM-N\u00e4hrboden (nach Malmgren, 1992):<\/h6>\n\n\n\n<p>Ca3(PO)4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 75mg<br>KH2PO4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 75mg<br>MgSO4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 75 mg<br>FeSO4 10 mg<br>Soluvit&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1 Ampulle (Vitamin-B-L\u00f6sung)<br>Vaminolac&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 300 mg Aminos\u00e4uren<br>Saccharose&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10 g<br>Aktivkohle&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 0,5-1g<br>Agar Agar&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 8 g<br>Ananassaft&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 25 ml<br>ad 1000ml demin. Wasser<br>pH 5,5 &#8211; 5,8 einstellen<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aussaatflaschen wurden im Dunkeln bei 22\u00b0C aufgestellt. Nach etwa 3 Wochen konnte die Keimung festgestellt werden, d.h. durch Wasseraufnahme schwollen die Embryonen an, sprengten die Testa, und Rhizoiden waren erkennbar. Nach weiteren zwei Monaten wurden die Protokorme auf frisches SM-Medium vereinzelt. Nach Bildung der ersten Spro\u00dfspitzen wurden die Kulturflaschen mit&nbsp;&nbsp;Kunstlicht ( 10 Stunden \/ Tag ) beleuchtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\u00e4mlinge bildeten innerhalb von 12 Monaten 3-4 cm hohe Triebe, 2 bis 3 Wurzeln bis 4cm L\u00e4nge und eine kleine R\u00fcbenknolle. Eine K\u00fchlphase, welche die Knollenbildung induzieren sollte, war nicht notwendig. Ein Unterschied bez\u00fcglich Wachstum und Differenzierung&nbsp;<em>in vitro<\/em>&nbsp;zu&nbsp;<em>Dactylorhiza<\/em>-Arten war nicht bemerkbar. Nach 12monatigen&nbsp;<em>invitro<\/em>-Kulturzeit&nbsp;&nbsp;konnten die S\u00e4mlinge nach Absp\u00fclen der Mediumreste in Erdsubstrat \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Kultur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die S\u00e4mlinge wurden in ein Gemisch, welches aus torffreiem Rindensubstrat, Perlit und gewaschenem Bl\u00e4hton ( im Verh\u00e4ltnis 1:1:1 ) bestand, pikiert. Durch das Beimischen von mineralischen Bestandteilen wird das Substrat dauerhaft locker und stabil gehalten, verf\u00fcgt gleichzeitig \u00fcber eine gute Wasser- und Luftf\u00fchrung. Die Pikierkisten wurden im frostfrei gehaltenem Gew\u00e4chshaus aufgestellt und b\u00fcgelfeucht gehalten. Im folgenden Fr\u00fchjahr trieben die S\u00e4mlinge gut aus, die Wasser- und D\u00fcngegaben erh\u00f6ht. Analog zu&nbsp;<em>Dactylorhiza<\/em>-Arten, wurden die S\u00e4mlinge weiterkultiviert. Erst in der dritten Vegetationsperiode zeigten sich die ersten Bl\u00fctentriebe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center\"><strong>in weiterer Beabeitung !!!<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Dactylorhiza maculata \u00d7 Platanthera bifolia<br>\u00d7Rhizanthera somersetiensis (A. Camus) So\u00f3, Ann. Univ. Budapest R. E\u00f6tv\u00f6s, Sect. Biol. 8: 319. 1966<br>\u00d7Orchiplatanthera somersetensis A. Camus, Icon. Orch. Eur.: 410. 1929&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii \u00d7 Platanthera bifolia subsp. bifolia<br>\u00d7Rhizanthera intermedia Bernacki, Fragm. Flor. Geobot. 31\/32 (12): 51. 1986\/87 (publ. 1988)<br>Dactylorhiza maculata subsp. elodes \u00d7 Platanthera bifolia<br>\u00d7Rhizanthera chevalleriana (E. G. Camus) So\u00f3, Ann. Univ. Budapest R. E\u00f6tv\u00f6s, Sect. Biol. 8: 319. 1966<br>Habenaria chevallieriana (E. G. Camus) Druce, Rep. Bot. Exch. Cl. Brit. Isles 8: 876. 1928 (publ. 1929)<br>Orchis \u00d7chevallieriana E. G. Camus, Bull. Soc. Bot. Fr. 38: 156. 1891<br>\u00d7Orchiplatanthera chevallieriana E. G. Camus, J. Bot. (Morot) 6: 474. 1892&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii \u00d7 Platanthera chlorantha<br>\u00d7Rhizanthera martysiensis Balayer, Bull. Soc. Bot. Fr., Lett. Bot. 133(3): 283. 1986&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dactylorhiza sambucina \u00d7 Platanthera bifolia<br>\u00d7Rhizanthera fournieri (E. Royer) So\u00f3, Ann. Univ. Budapest R. E\u00f6tv\u00f6s, Sect. Biol. 8: 319. 1966<\/p>\n\n\n\n<p>Orchis \u00d7fournieri E. Royer, Bull. Soc. Nat. Haute Marne 157. 1906<br>\u00d7Orchiplatanthera fournieri (E. Royer) E. G. Camus, Riv. Scient. 11: 62. 1924<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dactylanthera&nbsp;P.F.Hunt &amp; Summerh. (1966)&nbsp;,ist der intergenerische Hybrid zwischen den Gattung&nbsp;Dactylorhiza&nbsp; Necker ex Nevski&nbsp;und&nbsp;Platanthera&nbsp;L.C.M. Richard m\u00f6glich ? 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