{"id":21380,"date":"2019-12-04T09:30:51","date_gmt":"2019-12-04T09:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21380"},"modified":"2021-01-19T12:33:07","modified_gmt":"2021-01-19T12:33:07","slug":"goodyera-macrophylla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21380","title":{"rendered":"Goodyera macrophylla"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><strong>Das gro\u00dfbl\u00e4ttrige Netzblatt,&nbsp;<em>Goodyera macrophylla<\/em>&nbsp;LOWE, nach 13 Jahren in Bl\u00fcte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Goodyera macrophylla<\/em>&nbsp;geh\u00f6rt mitunter zu den seltensten Pflanzen der Welt. Die auf Madeira endemische Pflanze ist ( war !) an feuchten und schattigen Stellen in den Laurazeenw\u00e4ldern in 300-800m&nbsp;&nbsp;H\u00f6he zu finden. Die Individuen-Anzahl wird nach einem Stand von 2006&nbsp;<sup>1)<\/sup><sup>&nbsp;<\/sup>&nbsp;auf 250 St\u00fcck gesch\u00e4tzt. Diese Einsch\u00e4tzung d\u00fcrfte allerdings zu hoch gegriffen sein, werden doch seit Jahren trotz in Aussicht gestellter Pr\u00e4mien keine Neufunde von den Forstarbeitern gemeldet.<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hauptursache f\u00fcr das Verschwinden wird die Entnahme von Pflanzen angenommen.&nbsp;&nbsp;Dies ist zu bezweifeln, da diese seltene Orchidee in steilen und unzug\u00e4nglichen Gebiet vorkommt, soda\u00df es bei der Suche nach ihr schon Todesopfer durch Abst\u00fcrze ( Ribeira do Seixal) gab.&nbsp;<br>&nbsp;<br>Die autochthone Vegetation dieser einzigartigen Atlantikinsel leidet sehr unter dem Einflu\u00df des zunehmenden Tourismus, der \u00dcberbeweidung bzw. unter dem Existenzdruck durch eingef\u00fchrten Pflanzen anderer Kontinente ( z.B. Eukalyptusw\u00e4lder). Erst ab einer H\u00f6he von 700 m NN ist eine nat\u00fcrliche Vegetation zu finden. Geeignete Standorte f\u00fcr&nbsp;<em>G. macrophylla<\/em>&nbsp;verschwinden zusehends durch anthropogene&nbsp;&nbsp;Einfl\u00fcsse, mit einer Erholung des Bestandes ist nicht zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auflistung der urspr\u00fcnglichen Standorte ( UTM ) besitzt lediglich historische Bedeutung:<\/p>\n\n\n\n<p>CB 0033 Ribeira Funda<\/p>\n\n\n\n<p>CB 0230 Ribeira do Seixal<\/p>\n\n\n\n<p>CB 2323 Ribeiro Frio<br>&nbsp;<br>Heute sind Pflanzen auf Madeira nur mehr im Bereich der Forellenzucht Ribeiro Frio zu finden, und werden durch Eisenk\u00e4fige gesch\u00fctzt und bewacht.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Kultur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Es sind keine Meldungen \u00fcber die Kulturf\u00fchrung in Sammlungen bekannt. M\u00f6ller \/ Deutschland war der Einzige, der mit Fotobelegen einer bl\u00fchenden Pflanzen die erfolgreiche Kultur belegte[3]. Kurz darauf wurden S\u00e4mlinge (Flaschenware) von einem ihm nahestehenden Orchideenh\u00e4ndler angeboten. \u00dcber eine Kulturbestand dieser S\u00e4mlinge wurde nie berichtet, und ist demnach zu bezweifeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. K. Robatsch ( 1999 verstorben ),&nbsp;&nbsp;Ph\u00e4nologe, der besonders durch seine Verdienste mit der Bearbeitung der Gattung&nbsp;<em>Epipactis<\/em>&nbsp;ZINN Bekanntheit erlangte, \u00fcbergab 1994 eine Pflanze in unserer Obhut ( Die Pflanze ist bei der K\u00e4rntner Landesregierung registriert). Die Pflanze war bereits etliche Jahre in Kultur von Prof. K. Robatsch, ohne jemals gebl\u00fcht zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pflanze aus vegetativer Vermehrung wurde im 13er Topf in ein Gemisch aus Rindenhumus : Perlit : Lehm 2 : 1: 1 kultiviert. In einem schattierten Kalthaus wurde&nbsp;<em>G.<\/em>&nbsp;<em>macrophylla<\/em>&nbsp;gemeinsam mit Cypripedien gehalten, w\u00e4hrend des Winters bei 5\u00b0C frostfrei temperiert.<\/p>\n\n\n\n<p>2007 zeigte sich erstmals eine Infloreszens. Die Bl\u00fcten \u00f6ffneten sich im Juli&nbsp;&nbsp;(Bl\u00fctezeit auf Madeira von Juli bis November).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:1px\">.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-3 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"750\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21381\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21381\" class=\"wp-image-21381\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-2.jpg 500w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"><em>Goodyera macrophylla&nbsp;<\/em>, Pflanze in Bl\u00fcte<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"750\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21382\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21382\" class=\"wp-image-21382\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla.jpg 500w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"><em>Goodyera macrophylla<\/em>&nbsp;&#8211; Infloreszens<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-Blueten.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"750\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-Blueten.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21383\" data-full-url=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-Blueten.jpg\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21383\" class=\"wp-image-21383\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-Blueten.jpg 500w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Goodyera-macrophylla-Blueten-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"><em>Goodyera macrophylla<\/em>&nbsp;&#8211; Einzelbl\u00fcten<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Aufnahme d\u00fcrfte eine der wenigen ohne Gitterst\u00e4be im Hintergrund sein, vgl. Delforge ( R\u00fcckbrodt, 1991).<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Zucht<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Einige Bl\u00fcten an der&nbsp;&nbsp;Pflanze wurden polliniert. Nach ca. 10 Wochen wurde Saatgut geerntet. Mit 0,3% igem und 0,5%igen Natriumhypochlorit&nbsp;&nbsp;behandelte Samen wurden auf SM-N\u00e4hrboden ausges\u00e4t. Im Dunklen bei 22\u00b0C aufbewahrt zeigten sich nach 3 Wochen einige wenige Protokorme in den Kulturen, welche mit h\u00f6herer NaOCl-Konzentration behandelt wurde. Die Keimrate blieb dabei unter 3% ! Weitere Aussaatversuche wurden durchgef\u00fchrt und die Ergebnisse werden demn\u00e4chst erwartet. Auf neues Medium gebettete Protokorme wachsen nur z\u00f6gerlich weiter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr oft wurde auf die Bl\u00fchunwilligkeit der Art hingewiesen. Eine vegetative Vermehrung ist auch in unserer Kultur bemerkbar, weshalb angenommen werden kann, dass die vegetative gegen\u00fcber der generativen Vermehrung eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle einnimmt, \u00e4hnlich wie bei unserer heimischen Art&nbsp;<em>Goodyera repens<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h6><em>Kindelbildung<\/em><\/h6>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller ( m\u00fcndl. Mitteilung bzw. [3]) berichtet von Kindelbildung an der bl\u00fchenden Infloreszens ! Er bespr\u00fchte den Bl\u00fctenstand mit Zimtwasser. Durch die Wirkung der Phytohormone erwirkte er die Bildung von Kindelpflanze !&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher war die Bildung von Kindeln nur bei epiphytischen Orchideenarten, z.B.&nbsp;<em>Phalaenopsis<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Dendrobium<\/em>&nbsp;bekannt.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Literatur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>ad 1)&nbsp;www.icnb.pt\/&#8230;\/<strong>Goodyera<\/strong>_<strong>macrophylla<\/strong>\/species-<strong>goodyera<\/strong>&#8211;<strong>macrophylla<\/strong>.doc<\/p>\n\n\n\n<p>[1]<strong>&nbsp;Delforge<\/strong>, P.(1995): ORCHIDS of Great Britain and Europa.- HarperCollins&nbsp;<em>Publisher<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[2]<strong>M\u00f6ller<\/strong>, O. : M\u00fcndliche und schriftliche Mitteilungen<\/p>\n\n\n\n<p>[3]<strong>M\u00f6ller,&nbsp;<\/strong>O. (2007): Goodyera .- Die Orchidee 58(5): 591 s.63-66<\/p>\n\n\n\n<p>[4]<strong>R\u00fcckbrodt<\/strong>,<strong>&nbsp;<\/strong>U. &amp; D.<strong>&nbsp;<\/strong>(1990): Beitrag zur Kenntnis und Verbreitung der&nbsp;<em>Orchideen<\/em>&nbsp;von Madeira. &#8211; Ber. Arbeitskreis Heimischer Orchideen 7 (1): 44-53<\/p>\n\n\n\n<p>[5]<strong>Salkowski<\/strong>, H.-E. (1988): Bemerkungen zu&nbsp;<em>Goodyera macrophylla<\/em>&nbsp;LOWE auf Madeira .-&nbsp;&nbsp;Ber. Arbeitskreis Heimischer Orchideen 5 (1\/2): 55-58<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>G. Raschun, am 24.07.2009&nbsp;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro\u00dfbl\u00e4ttrige Netzblatt,&nbsp;Goodyera macrophylla&nbsp;LOWE, nach 13 Jahren in Bl\u00fcte Goodyera macrophylla&nbsp;geh\u00f6rt mitunter zu den seltensten Pflanzen der Welt. 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