{"id":21364,"date":"2019-12-04T08:57:53","date_gmt":"2019-12-04T08:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21364"},"modified":"2020-01-09T15:57:05","modified_gmt":"2020-01-09T15:57:05","slug":"cymbidium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?p=21364","title":{"rendered":"Cymbidium"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><em><strong>Cymbidium goeringii<\/strong><\/em><strong>&nbsp;(Rchb. f. ) Rchb. f. , eine terrestrische Orchidee aus Ostasien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\" class=\"has-text-align-center\">von Gerhard Raschun jun.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-lianpan.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21365\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-lianpan.jpg 1000w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-lianpan-600x400.jpg 600w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-lianpan-300x200.jpg 300w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-lianpan-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Cymbidium lianpan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4><strong>Allgemein<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Gattung&nbsp;<em>Cymbidium<\/em>&nbsp;wurde 1799 von Olaf Swartz gegr\u00fcndet und beinhaltet 52 immergr\u00fcne Arten. Der Name wurde aus dem griechischem Wort \u201ekumbos\u201c abgeleitet, welches&nbsp;&nbsp;f\u00fcr \u201e Loch \/ Hohlraum \u201e steht, und sich auf&nbsp;&nbsp;die Form des Lippengrundes bezieht. Die Gattung ist im tropischen und subtropischen Asien ( n\u00f6rdliches Indien, China, Japan, Malaysien , Phillipinen, Borneo ) bis ins n\u00f6rdliche Australien verbreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00df- und vielbl\u00fctige Hybriden der Gattung waren in den 80er und 90er Jahren in Europa und den USA in Mode, verschwanden aber zunehmend vom Markt. Der hohe Platzbedarf d\u00fcrfte neben einer allgemeinen Trendwende daf\u00fcr verantwortlich gewesen sein. Durch ihr anmutiges Laub, den s\u00fc\u00dfen von ihren Bl\u00fcten verstr\u00f6menden Duft, und die zeitige Bl\u00fctezeit im Fr\u00fchjahr,&nbsp;&nbsp;schaffte eine Art innerhalb der Gattung seit mehr als 1000 Jahre die Orchideenliebhaber zu begeistern:&nbsp;<em>Cymbidium goeringii<\/em>&nbsp;! In Japan wird diese Art \u201e Shunran\u201c , die noble Orchidee genannt, in China und Korea wurde sie aufgrund der jahreszeitlich fr\u00fchen Bl\u00fcte \u201eChun Lan\u201c , die Fr\u00fchlings-Orchidee benannt .&nbsp;&nbsp;Bereits in der Muromachi-Periode ( 1333-1568) und der Edo-Periode ( 1603-1867) waren diese Topf-Pflanzen in Japan sehr beliebt . Obwohl in Taiwan sehr interessante Variationen vorkommen, sind dort&nbsp;<em>Cymbidium ensifolium<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Cymb. sinense<\/em>&nbsp;, wegen der&nbsp;&nbsp;feuchteren Sommer, in Kultur st\u00e4rker vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorkommen erstreckt sich von Nordwest-Indien, Bhutan, Korea , China, Taiwan, den Ryukyu Inseln bis nach Japan. In Sikkim wurde&nbsp;<em>Cymbidium goeringii<\/em>aufgrund der gro\u00dfen Beliebtheit zur Nationalblume des Landes gew\u00e4hlt. Den n\u00f6rdlichsten Verbreitungspunkt erreicht die Art an der S\u00fcdspitze von Hokkaido, den Okushiri-Inseln. An diesem Standort fallen die Temperaturen zwischen Herbst und Fr\u00fchjahr durchaus auch unter den Gefrierpunkt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22441\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-300x200.jpg 300w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-768x512.jpg 768w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-2-Orchidee-aus-China-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Cymbidium goeringii <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Beschreibung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Pflanze besitzt eine rundliche Pseudobulbe, welche 4 bis 6 grasartige Bl\u00e4tter mit 10-25cm ( 40cm) L\u00e4nge und 0,5-1cm Breite tr\u00e4gt. Bereits im Sp\u00e4therbst erscheinen ,&nbsp;&nbsp;parallel zu den Neutrieben, die Bl\u00fctentriebe, die niemals die H\u00f6he der Laubbl\u00e4tter erreichen, und sich im M\u00e4rz bis April auf 12 bis 25cm strecken. An ihrem Ende sitzt typischerweise jeweils eine Einzelbl\u00fcte mit 4 bis 5cm Durchmesser. Zumeist sind Sepalen und Petalen hell smaragdgr\u00fcn gef\u00e4rbt, zeigen manchmal eine r\u00f6tliche Nervung oder auch Punktierung. Die Petalen neigen sich ber\u00fchrend nach vorne, und bilden somit einen Helm \u00fcber der S\u00e4ule. Auch das dorsale Sepalum neigt sich nach vorne. Die Lippe ist wei\u00df mit zumeist roter Punktierung, an ihrer Basis kann sie in gelb \u00fcbergehen. Der Fruchtknoten ist pink bis purpur gef\u00e4rbt und von einem wei\u00dflich bis pinkfarbenem Hochblatt umschlossen.&nbsp;&nbsp;Die Bl\u00fctezeit kann sich \u00fcber zwei bis drei Wochen hinziehen. Besucht und best\u00e4ubt werden die Bl\u00fcten von Schmetterlingen. Nach der erfolgten Best\u00e4ubung w\u00e4chst der Fruchtknoten in eine aufrechte Position. Bis zur Samenreife und dem Aufplatzen der recht gro\u00dfen Samenkapsel k\u00f6nnen 12 bis 14 Monate vergehen. Besonders kr\u00e4ftige, mehrj\u00e4hrige Pflanzen k\u00f6nnen zu stattlichen Horsten heranwachsen, welche 15 und mehr Bl\u00fctenst\u00e4nde zeigen. Mit den fleischigen Wurzeln sitzt die Pflanze fest im steinigen Untergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>In Japan werden nur einbl\u00fctige Pflanzen gefunden, welche als&nbsp;<em>Cymb. goeringii var. goeringii<\/em>&nbsp;eingeordnet werden. Pflanzen in China und Taiwan, welche 2 bis 4 Bl\u00fcten an einem Bl\u00fctenstand tragen, werden zu&nbsp;<em>Cymb. goeringii var. tortisepalum<\/em>&nbsp;zugeordnet, bzw. 2 bis 5 bl\u00fctige zu&nbsp;<em>Cymb. goeringii var. longibracteatum<\/em>. Kulturpflanzen dieser mehrbl\u00fctigen Variationen werden&nbsp;<em>Cymbidium lianpan<\/em>&nbsp;genannt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Art&nbsp;<em>Cymbidium goeringii<\/em>&nbsp;ist genetisch nicht sehr stabil, unz\u00e4hlige Variationen wurden bisher ausgelesen.&nbsp;&nbsp;Neben Auslesen verschiedenen Bl\u00fctenf\u00e4rbungen werden auch Exemplare mit besonders abweichendem Blatt selektiert. Pflanzen mit besonders kurzen und schmalen Bl\u00e4ttern , die einen sehr kompakten Gesamteindruck verleihen , sind nicht nur sehr beliebt, sie helfen auch wertvollen Platz in einer Liebhabersammlung zu sparen. Selten werden auch Pflanzen mit panaschierten Laub ( gelbe und wei\u00dfe Panaschierungen )&nbsp;&nbsp;gefunden. Vorsicht ist dabei geboten, werden doch viele Blattpanaschierungen durch Viren hervorgerufen. Das Spektrum an Bl\u00fctenf\u00e4rbungen reicht von verschiedenen Gr\u00fcn-Schattierungen, Reinwei\u00df, Cremef\u00e4rbig, Rosa, bis zu verschiedenste Gelb- und Rot-T\u00f6ne. Die begehrtesten Bl\u00fcten-Auslesen sind leuchtende Orange \/ Gelb -T\u00f6ne und dunkelrote \/ schockoladebraune F\u00e4rbungen. Die einzelnen Bl\u00fctenbl\u00e4tter k\u00f6nnen auch&nbsp;&nbsp;verschiedenfarbige Punktierungen oder Aderungen aufweisen. Die Form und Gestalt der Sepalen \/ Petalen , sowie des Labellums kann auch variieren. Wie bei allen Bl\u00fctenpflanzen, sind auch bei Orchideen, insbesondere bei der Gattung&nbsp;<em>Cymbidium<\/em>, gef\u00fcllte Bl\u00fcten zu finden. Erw\u00e4hnt sollte in diesem Zusammenhang werden, dass es sich bei diesen Mutanten nicht um wirklich gef\u00fcllte Bl\u00fcten , bei denen fehlende Geschlechtsorgane durch zahlreiche Bl\u00fctenbl\u00e4tter ersetzt wurden, handelt. Richtigerweise m\u00fcsste man von doppelten bzw. dreifachen Bl\u00fcten sprechen, den bei diesen&nbsp;<em>Cymbidium<\/em>\u2013Bl\u00fcten sind die Bl\u00fctenbl\u00e4tter und \/ oder die S\u00e4ule lediglich zwei \u2013 bis dreifach ausgebildet und nicht ersetzt. Viele dieser Klone sind fertil und k\u00f6nnen f\u00fcr die Zucht, die auf die Vererbung dieser Bl\u00fctenmerkmale zielt, weiterverwendet werden. Klone mit pelorischen Bl\u00fcten sind ein weiterer Sammelschwerpunkt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-gelb-G-12-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"667\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-gelb-G-12-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21367\" class=\"wp-image-21367\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-gelb-G-12-1.jpg 667w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-gelb-G-12-1-600x900.jpg 600w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-gelb-G-12-1-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 667px) 100vw, 667px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Cymbidium goeringii Klon gelb G 12<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-683x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"22443\" data-full-url=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=22443\" class=\"wp-image-22443\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-683x1024.jpg 683w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-200x300.jpg 200w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-768x1152.jpg 768w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-Orchidee-aus-China-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Cymbidium goeringii<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Standort<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Pflanzen besitzen eine gro\u00dfe Standort-Amplitude , von Meeresh\u00f6he aufsteigend bis auf 1000m \u00fc. NN . Typische Standorte sind nicht zu trockene, abfallende oder steile, immergr\u00fcne W\u00e4lder. Auch D\u00fcnen oder Pinienw\u00e4lder werden besiedelt. Die Wuchsart kann als terrestrisch bzw.&nbsp;&nbsp;lithophytisch bezeichnet werden: Die Pflanzen sitzen auf der d\u00fcnnen Humusschicht, die auf dem felsigen Untergrund liegt, und k\u00f6nnen durch den st\u00e4ndig herrschenden Laubfall mehr oder weniger bedeckt werden. Die fleischigen Wurzeln dringen tief in den gut drainierten Untergrund. An den Standorten herrschen tiefe Wintertemperaturen, zwischen -8\u00b0C und +10\u00b0C.&nbsp;&nbsp;W\u00e4hrend des Sommers steigen die Temperaturen von Mai bis Oktober bis auf 25\u00b0C an. Niederschl\u00e4ge versorgen die Pflanze w\u00e4hrend der Hauptwachstums-zeit im Fr\u00fchjahr bis in den Sommer mit Wasser. Eine gute N\u00e4hrstoffversorgung ist durch die verrottende Laubschicht gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22444\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-300x200.jpg 300w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-768x512.jpg 768w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Cymbidium-goeringii-Orchideen-aus-China-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Cymbidium goeringii <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Kultur<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Um dem kr\u00e4ftigen Wurzelwachstum Rechnung zu tragen, werden besonders tiefe Pflanzgef\u00e4\u00dfe verwendet. In China, Japan und Taiwan, wo diese Pflanzen gesch\u00e4tzt und in gro\u00dfer Zahl in Kultur stehen , werden kunstvoll verzierte Keramikgef\u00e4\u00dfe verwendet, die etwa 3 bis viermal so hoch sind, als der Durchmesser betr\u00e4gt. Dies gew\u00e4hrleistet f\u00fcr die empfindlichen Wurzeln einen gleichm\u00e4\u00dfigen Feuchtigkeitsgehalt im Substrat und eine k\u00fchle Umgebung. Um Staun\u00e4sse zu verhindern, sollte auf eine Drainage nicht verzichtet werden. Die Pflanzen sind in einer Vielzahl von Substraten kultivierbar. Vom Autor wird mit Erfolg eine Mischung aus Perlit mit handels\u00fcblicher, hochwertiger Blumenerde ( Verh\u00e4ltnis 2,5 : 1 ) eingesetzt. B. Klein vom BG M\u00fcnchen kultiviert seine umfangreiche Sammlung in einer Mischung aus feiner, aufgekalkter Kiefernrinde ( wegen m\u00f6glicher Stickstofffixierung ! ) , Buchenlaub und Sand. Auch andere Mischungen sind gut vertr\u00e4glich, und sollten vom Kultivateur so gew\u00e4hlt werden, dass er diese ohne aufwandreiche Umstellung oder \u00c4nderung auf seine pers\u00f6nliche Erfahrung abstimmen sollte: Hat der Liebhaber bereits Erfahrung bez\u00fcglich dem Gie\u00df- \/ D\u00fcngeintervall&nbsp;&nbsp;bei Erdorchideen, sollte er das Substrat auch bei Cymbidien beibehalten, um den Kulturaufwand gering zu halten. Eine weit aus gr\u00f6\u00dfere Bedeutung kommt der Temperaturf\u00fchrung zu. So ist eine k\u00fchle Temperatur zwischen 5\u00b0C und maximal 12\u00b0C w\u00e4hrend der Wintermonate f\u00fcr eine erfolgreiche Kultur unumg\u00e4nglich ! Obwohl die Neu- und Bl\u00fctentriebe bereits im Sp\u00e4therbst erscheinen, darf die Temperatur erst mit Einsetzen des Wachstums im Februar \/ M\u00e4rz steigen. Dies ist auch der Zeitpunkt um die Wassergaben zu erh\u00f6hen und durch ausgewogene D\u00fcngung f\u00fcr eine gute N\u00e4hrstoffversorgung zu sorgen. Die Pflanzen sind im Sommer sehr Hitze-vertr\u00e4glich, und es empfiehlt sich ein Aufenthalt im halbschattigen Garten. Dies ist der Zeitpunkt die Pflanze trockener zu halten. Diese symbolisierte Trockenzeit ist bl\u00fcteninduzierend. Zeigen sich Cymbidien in Kultur bl\u00fchfaul, liegt es zumeist an der fehlenden Ruhezeit ! Die Pflanzen k\u00f6nnen bis zu den ersten Nachtfr\u00f6sten im Garten verbleiben. Bez\u00fcglich der Winterh\u00e4rte der Pflanze sei erw\u00e4hnt, dass es von der Standort-Herkunft des Klons abh\u00e4ngig ist, welche Temperaturgef\u00e4lle sie standh\u00e4lt. Versuche zeigten, dass einige Klone durchaus einige Winter in Zone 6 mit N\u00e4sseschutz im Garten kultivierbar waren. Als winterhart sollte die Art jedoch nicht bezeichnet werden. Die doch gehobenen Anschaffungskosten der begehrten Klone lassen Freilandversuche nicht sinnvoll erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-3 wp-block-gallery columns-1 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"667\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-17.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21368\" class=\"wp-image-21368\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-17.jpg 667w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-17-600x900.jpg 600w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-Klon-17-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 667px) 100vw, 667px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Cymbidium goeringii Klon 17<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Zucht und Vermehrung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Bei den zahlreichen Klonen von&nbsp;<em>Cymbidium goeringii<\/em>&nbsp;handelt es sich in erster Linie um Selektionen, welche an nat\u00fcrlichen Standorten durch m\u00fchsame Suche \u00fcber viele Jahrhunderte gesammelt wurden. Die heute gut beherrschbare generative Vermehrung \u00fcber die asymbiotische Aussaat (&nbsp;<em>invitro<\/em>-Kulturen) spielt eine vernachl\u00e4ssigbare Rolle. Die wenigen k\u00fcnstlichen Hybriden unter Beteiligung von&nbsp;<em>Cymb. goeringii<\/em>&nbsp;haben keine Bedeutung gefunden, und konnten die historischen, selektierten&nbsp;&nbsp;Aufsammlungen den Rang nicht ablaufen. Eine Meristemvermehrung w\u00e4re heute beherrschbar. Da durch die Massenvermehrung der exquisiten Klone deren Preise purzeln w\u00fcrden, hat im Grunde kein Z\u00fcchter Interesse daran, die M\u00e4rkte mit Hilfe dieser Vermehrungsmethode zu \u00fcberschwemmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pflanzen werden auch heute noch durch Teilung vermehrt. Grosse Horste , bei denen alle 3 bis 4 Jahre der Pflanzstoff getauscht werden sollte, werden geteilt. Es ist darauf zu achten, dass die Teilst\u00fccke nicht zu klein gew\u00e4hlt werden, da es eine lange Zeitspanne ben\u00f6tigt, diese wieder in gutes Wachstum zu bekommen. Mindestens 3, besser 5 Pseudobulben sollte jedes Teilst\u00fcck besitzen. Da&nbsp;<em>Cymbidium goeringii<\/em>&nbsp;eine sehr langsam wachsende Pflanze ist, die sich nur sp\u00e4rlich bestockt, ist die vegetative Vermehrung sehr zeitaufwendig und m\u00fchsam. Entsprechend liegt die Anschaffung f\u00fcr ausgesuchte Klone im sehr hohen Preissegment. Abgerechnet wird pro Bulbe, und f\u00fcr besonders seltene und begehrte Klone ( z.B. Klone mit beinah schwarzen Bl\u00fcten etc.) k\u00f6nnen diese Preise die $ 1000 \u2013Marke \u00fcberspringen.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Krankheiten und Sch\u00e4dlinge<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Neben allen bekannten Krankheiten und Sch\u00e4dlingen, die in Orchideensammlungen auftreten k\u00f6nnen, sei besonders auf die bei der Gattung verbreiteten Mosaik-Viren ( Tabakmosaik-Virus,&nbsp;<em>Cymbidium<\/em>&nbsp;Mosaik Potexvirus ) hingewiesen. Es empfiehlt sich eine ausgepr\u00e4gte Quarant\u00e4ne bei Neuerwerbungen. Auch eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung auf saugende Insekten&nbsp;&nbsp;und Hygiene beim Umtopfen \/ Teilen der Pflanze sollte Standart sein. Die jungen Bl\u00fchtriebe sind ein Leckerbissen f\u00fcr Nacktschnecken. Die M\u00fche eines ganzen Jahres kann in einer Nacht zu Nichte gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"667\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-gelb-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21369\" srcset=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-gelb-4.jpg 667w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-gelb-4-600x900.jpg 600w, https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Cymbidium-goeringii-gelb-4-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 667px) 100vw, 667px\" \/><figcaption>Cymbidium goeringii gelb 4<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5><strong>Bedeutung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Im ostasiatischen Raum besitzen die Pflanzen eine Bedeutung, welche in Mitteleuropa etwa mit der von&nbsp;&nbsp;Cyclamen, Usambaraveilchen etc. vergleichbar ist. Sehr gesch\u00e4tzt werden Mitbringsel bei Besuchen. Gerne werden diese in der Wohnung, am Fensterbrett, der Anrichte oder am Esstisch stilvoll pr\u00e4sentiert . Eine \u00e4hnliche Variabilit\u00e4t besitzen auch die n\u00e4chst verwandten Arten&nbsp;<em>Cymbidium ensifolium<\/em>,&nbsp;<em>Cymb. sinensis<\/em>,&nbsp;<em>Cymb. kanran<\/em>. Deren Klone sind ebenfalls gesuchte Sammelobjekte. In den letzten Jahren war im \u00f6stlichen Raum besonders eine Zunahme der Beliebtheit bei Selektionen von&nbsp;<em>Neofinetia falcata<\/em>zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<h5><strong>Ausblick<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p><em>Cymbidium goeringii<\/em>&nbsp;ist in Europa leider noch sehr selten in Sammlungen anzutreffen. Bei Ber\u00fccksichtigung weniger Faktoren ( besonders der Temperaturf\u00fchrung w\u00e4hrend der Wintermonate ) ist es eine einfach kultivierbare Art, die mit gro\u00dfen, angenehm duftenden Bl\u00fcten, und relativ langer Bl\u00fctezeit den Liebhaber geradezu begeistern kann. Die Gr\u00fcnde, welche daf\u00fcr verantwortlich sind, dass die Art nur selten in unseren Breiten kultiviert wird, sind mannigfaltig : Der Zenit des Cymbidien-Trends ist l\u00e4ngst \u00fcberschritten, auch die hohen Anschaffungskosten k\u00f6nnen abschrecken. CITES-pflichtige Importe sind sehr aufwendig und mit hohen Nebenkosten behaftet. In den letzten Jahren bildeten sich in Amerika Orchideen-Liebhabergruppen, die speziell auf Cymbidien zielen. Besonders in Kalifornien werden jedes Jahr Ausstellungen mit dem Schwerpunkt auf diese Gattung mit gro\u00dfem Aufwand und Erfolg veranstaltet. Ein \u00dcberschwappen auf Europa, das einer Renaissance gleichkommen w\u00fcrde, w\u00e4re l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig und erw\u00fcnschenswert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cymbidium goeringii&nbsp;(Rchb. f. ) Rchb. f. , eine terrestrische Orchidee aus Ostasien von Gerhard Raschun jun. Allgemein Die Gattung&nbsp;Cymbidium&nbsp;wurde 1799 von Olaf Swartz gegr\u00fcndet und beinhaltet 52 immergr\u00fcne Arten. Der Name wurde aus dem griechischem Wort \u201ekumbos\u201c abgeleitet, welches&nbsp;&nbsp;f\u00fcr \u201e Loch \/ Hohlraum \u201e steht, und sich auf&nbsp;&nbsp;die Form des Lippengrundes bezieht. Die Gattung ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":22444,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[151],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21364"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21364"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22446,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21364\/revisions\/22446"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/22444"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}