{"id":71,"date":"2019-11-28T14:16:03","date_gmt":"2019-11-28T14:16:03","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?page_id=71"},"modified":"2019-11-28T14:16:35","modified_gmt":"2019-11-28T14:16:35","slug":"schematische-skizzierung-eines-moores-bauanleitung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?page_id=71","title":{"rendered":"Schematische Skizzierung eines Moores, Bauanleitung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><strong>&nbsp;Anleitung zum Bau einer Mooranlage<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">F\u00fcr Orchideenliebhaber und &#8211; kultivateure liegt der Wunsch nahe, Orchideen-Arten im eigenen Garten naturnah und Standort-getreu zu kultivieren.Der Bau und weitere Betreuung sind wenig Zeit intensiv, soferne die wichtigsten Punkte beachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/es_web_platzhalter_bild_3x2@800px-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-19\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Grundlage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter feuchte Wiesen und Moore versteht man ganzj\u00e4hrig feuchte bzw. nasse Standorte. Nur bei l\u00e4ngeren Trockenperioden ist ein kurzzeitiges Austrocknen m\u00f6glich. Liegt am Standort torfiger Boden vor, spricht man von einem Moor, fehlt dieser, handelt es sich um einen Sumpf. Je nach N\u00e4hrstoffgehalt wird zwischen Flach- und Hochmoor unterschieden. Die \u00dcbergangsform wird Zwischenmoor genannt. W\u00e4hrend Hochmoore von mineralstoffarmen Regenwasser gespeist werden, und sich uhrglasf\u00f6rmig \u00fcber den Grundwasserspiegel w\u00f6lben, werden Flachmoore durch mineralstoffreichen Quell- oder Grundwasser gebildet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Standort\/Lage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Standort f\u00fcr eine Mooranlage kommen sehr sonnige Stellen im Garten in Frage. Der gew\u00e4hlte Ort sollte eben sein. Ein Hang schliesst einen Moorbau nicht aus, doch eine Vielzahl von weiteren Punkten mu\u00df dabei zus\u00e4tzlich beachtet werden ( Gefahr von Eutrophierung, Wasserzirkulation durch Pumpe, etc. ).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anlagen-Gr\u00f6sse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Minimalgr\u00f6sse kann ein eingesenkter Betonbottich angesehen werden. Die Maximalgr\u00f6sse ergibt sich aus der zur Verf\u00fcgung stehenden Gartenfl\u00e4che, oder durch begrenzte Ressourcen, wie etwa die Verf\u00fcgbarkeit von Regenwasser zur Speisung bei Trockenperioden.Es empfiehlt sich jedoch die Anlage so gro\u00df als m\u00f6glich anzulegen. Die Gestaltung in Richtung Naturn\u00e4he vereinfacht sich dadurch, die Anlage kann sehr Arten-reich bepflanzt werden, ohne \u00fcberbestockt auszusehen. Vorallem dankt es das bessere Pflanzenwachstum, ein biologisches Gleichgewicht kann sich schnell einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bau&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Aushub hat bis in eine Tiefe von mind. 40 cm zu erfolgen, besser jedoch 60cm. Wie steil die W\u00e4nde abfallen spielt keine wesentliche&nbsp;Rolle. Bevor die Teichfolie eingelegt wird, m\u00fcssen spitze Steine entfernt werden, die die Folie besch\u00e4digen k\u00f6nnten. Um Besch\u00e4digungen der Teichfolie zu verhindern sollte eine wenige Zentimeter starke Sandschicht aufgebracht werden, darauf ein Baustoffvlies ausgebreitet. Bei dieser Grubenvorbereitung ist die Verwendung von 0,5mm starker Teichfolie ausreichend. Nur bei dem Bau einer gew\u00fcnschten Schlenke oder Vertiefung muss auf das Niveau beim Aushub dementsprechend geachtet werden. Die Folie wird vorsichtig faltenfrei eingelegt, bzw. erforderliche Falten legen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorgefertigte Teichwannen, ( Beton-) Bottiche, Wannen, in der H\u00e4lfte zers\u00e4gte \u00d6ltanks etc. k\u00f6nnen ebenfalls verwendet werden, sofern die Sauberkeit &nbsp;und die Dichtheit gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Bevor die Mooranlage mit Substrat gef\u00fcllt wird, werden versteckte Wasserspeicher eingebaut. Diese minimieren die notwendige Wasserspeisung w\u00e4hrend Trockenperioden, und ersparen auch Substrat ! Verwendet werden k\u00f6nnen Plastikk\u00fcbel oder Blument\u00f6pfe, die mit einigen Bohrl\u00f6chern in verschiedenen H\u00f6hen versehen werden. Diese Speichergef\u00e4\u00dfe werden mit der \u00d6ffnung nach unten auf die Teichfolie gesetzt. Um eine Besch\u00e4digung der Teichfolie durch Substrat , bzw.&nbsp;die Einschl\u00e4mmung von Substrat in den Wasserspeicher zu verhindern, wird wieder ein Baustoffvlies \u00fcber Wasserspeicher und Folie gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nach Wahl der Art des gew\u00fcnschten Moor-Typs wird das ensprechene Substrat ( bzw. -Mischung) in die vorbereitete Grube gef\u00fcllt. Durch die Gestaltung von unterschiedlichen Niveaus &nbsp;( Schlenken und Bulten )&nbsp;werden Bereiche geschaffen, in denen Pflanzen mit unterschiedlichen Feuchtigkeitsbedarf kultiviert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/es_web_platzhalter_bild_3x2@800px-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-15\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es sei hier noch erw\u00e4hnt, dass die R\u00e4nder der Teichfolie unter Steinen oder \u00c4hnlichem versteckt werden m\u00fcssen, da UV-Licht \u00fcber l\u00e4ngere Zeit die Folie spr\u00f6de machen w\u00fcrde. Diese Eingrenzung hat so zu erfolgen, da\u00df gleichzeitig eine Barriere gegen Einwachsen von Gras hergestellt wird, oder auch Eutrophierung von h\u00f6her gelegenen Lagen verhindert wird. Eine Stelle am Teichfolienrand sollte aber sehr tief nivelliert werden: Dieser dient als Abflu\u00df, wenn bei l\u00e4ngeren Regenperioden der Wasserstand abgelassen werden mu\u00df !<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn im Garten kein Platz f\u00fcr den Bau einer Mooranlage zur Verf\u00fcgung steht, besteht auch die alternative M\u00f6glichkeit den Teichrand als Moor zu bepflanzen. Dazu wird eine Pflanzmulde mit mind. 20cm Tiefe im Uferbereich des Teiches angelegt. Um ein Abrutschen des Substrates in den Teich zu verhindern, kann eine kleine B\u00f6schung mit Steinen sehr dienlich sein. Der Wasserstand des Teiches muss dementsprechend gehalten werden, da\u00df durch die Kapillarwirkung das Substrat im Uferbereich st\u00e4ndig feucht bleibt. Ein flacherer Abfall des Teichufers bietet nicht nur Wasserinsekten einen wertvollen Lebensraum, auch das Abrutschen von Substrat wird erschwert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/es_web_platzhalter_bild_3x2@800px-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-18\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Liegt der Wunsch vor, da\u00df die Anlage mit Moos unterpflanzt werden soll, kann nach dem Bew\u00e4ssern geschnittenes Moos ( z.B. Sphagnum bei einem Hochmoor ) fl\u00e4chendeckend verteilt werden. Eine transparente Plastikfolie als Abdeckung stellt eine gespannte Atmosph\u00e4re her und verk\u00fcrzt damit die Anwachszeit f\u00fcr das Moor. Nach Entfernung der Plastikfolie kann mit der Bepflanzung der Anlage begonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Auswahl der Bepflanzung kann Ihnen folgende Zusammenstellung hilfreich sein:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>&nbsp;S\u00e4uregrad<\/td><td>saurer Bereich<\/td><td>neutraler bis alkalischer Bereich<\/td><\/tr><tr><td>Substrat<\/td><td>&nbsp;Hochmoortorf, alternativ mit Quarzsand vermengt<\/td><td>&nbsp;gut abgelegene Erde, mit Lehm, Sand oder Kies (Kalkgries)&nbsp;gemischt<\/td><\/tr><tr><td>Orchideenarten<\/td><td><em>&nbsp;Cypripedium acaule, Calopogon tuberosus, Pogonia ophioglossoides und P. japonica, Habenaria radiata, Dactylorhiza sphagnicola, Spiranthes ssp. , Platanthera ssp.<\/em><\/td><td>&nbsp;<em>Orchis morio, O. militaris, Epipactis palustris, Ep. gigantea, Dactylorhiza ssp., Liparis loeselii, Spiranthes aestivalis, Gymnadenia conopsea<\/em><\/td><\/tr><tr><td>Insektivorenarten<\/td><td>&nbsp;<em>Drosera anglica, Dr. intermedia, Dr. rotundifolia, Dr. binata, Dr. filliformis und Hybriden, Sarracenia spp., Pinguicula vulgaris, P. leptoceras, P. grandiflora und andere, Ultricularia australis, U. vulgaris, U. cornuta, Dionaea muscipula<\/em><\/td><td>&nbsp;<em>Drosera linearis<\/em>&nbsp;&nbsp;<\/td><\/tr><tr><td>Begleitpflanzen<\/td><td>&nbsp;<em>Andromeda ssp., Vaccinium ssp., Soldanella ssp., Calla palustris, Potentilla palustris, Parnassia palustris &nbsp;&nbsp;&nbsp;u.a.<\/em><\/td><td>&nbsp;<em>Gladiolus illyricus, G. palustris, G. imbricatus, Fritillaria meleagris, Primula farinosa, Menyanthes trifoliata, Eriophorum ssp., &nbsp;Trollius ssp., Carex ssp., Tofielda ssp.&nbsp;<\/em>u.a.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Wasserspeisung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein in die Mooranlage senkrecht eingebautes, perforiertes Rohr kann helfen den Wasserstand zu beurteilen. \u00dcber dieses kann auch die Speisung erfolgen. Es ist darauf zu achten, da\u00df eine saure Mooranlage nur mit kalkarmen ( -freien) Wasser , z.B. Osmose- oder Regenwasser, gespeist wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00e4dlinge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie in anderen Gartenbeeten k\u00f6nnen Schnecken grosse Sch\u00e4den anrichten. Auch auf Blattlausbefall, Erdraupen und sonstige Sch\u00e4dlinge ist zu achten. Besondere Vorliebe f\u00fcr dauerhaft feuchte Bereiche haben jedoch Maulwurfsgrillen ! Der Fang ist einfach, wenn der Gang mit Wasser, das wenige Tropfen \u00d6l enth\u00e4lt, geflutet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>D\u00fcngung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf jegliche D\u00fcngung sollte im Freiland verzichtet werden. Auch der Eintrag durch Eutrophierung, z.B. Einschwemmung durch Hanglage, mu\u00df verhindert werden. Bei der Wasserspeisung keine&nbsp;N\u00e4hrstoff &#8211; belasteten W\u00e4sser benutzen !<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Instandhaltung\/Pflege<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei \u00fcberlegten Bau der Anlage beschr\u00e4nkt sich die Instandhaltung einer Mooranlage auf die zeitweise notwendige Bew\u00e4sserung und die Kontrolle auf Sch\u00e4dlingsbefall bzw. deren Bek\u00e4mpfung. Bedingt durch Eintrag von Stickstoff ( Imisionen )&nbsp;k\u00f6nnen Moose ihr H\u00f6henwachstum verst\u00e4rken. Schwachw\u00fcchsige Pflanzen halten mit dem j\u00e4hrlichen Zuwachs nicht mit und m\u00fcssen daher freigehalten werden. Pflanzen mit Tendenz zur starken Aussaat oder vegetativen Zuwachs z.B.&nbsp;<em>Eriophorum ssp<\/em>.,&nbsp;<em>Carex ssp<\/em>. , m\u00fcssen zwischenzeitlich ausged\u00fcnnt werden, gro\u00dfe&nbsp;<em>Sarracenia<\/em>&nbsp;&#8211; St\u00f6cke geteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Winterschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Je nach der Wahl der Bepflanzung kann auf jeglichen Winterschutz der Anlage verzichtet werden. Sehr bew\u00e4hrt hat sich jedoch die Abdeckung mit Baustoffvlies. Nicht nur sch\u00fctzt es vor Austrocknung durch Winde, auch k\u00f6nnen begrenzt winterharte Arten ( z.B.&nbsp;<em>Drosera binata<\/em>&nbsp;aus Australien, einige Sarracenien aus Florida etc. ) zus\u00e4tzlich dauerhaft kultiviert werden !<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotobeispiele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.cypripedium.at\/product_21.html\">Auf dieser Seite<\/a>&nbsp;finden Sie einige Beispiele und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten einer Hochmooranlage bzw. Aufnahmen von Pflanzen, die f\u00fcr diesen Biotop-Typ geeignet sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Anleitung zum Bau einer Mooranlage F\u00fcr Orchideenliebhaber und &#8211; kultivateure liegt der Wunsch nahe, Orchideen-Arten im eigenen Garten naturnah und Standort-getreu zu kultivieren.Der Bau und weitere Betreuung sind wenig Zeit intensiv, soferne die wichtigsten Punkte beachtet werden. Grundlage Unter feuchte Wiesen und Moore versteht man ganzj\u00e4hrig feuchte bzw. nasse Standorte. 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