{"id":21067,"date":"2019-11-30T10:33:20","date_gmt":"2019-11-30T10:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/cypripedium.at\/?page_id=21067"},"modified":"2019-11-30T10:37:59","modified_gmt":"2019-11-30T10:37:59","slug":"anzucht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cypripedium.at\/?page_id=21067","title":{"rendered":"Anzucht"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Anzucht in unserem Labor<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4><strong>Grundlage<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Samen von Orchideen bestehen lediglich aus ca. 100 Zellen des Ebryos, der die gesammte Erbinformation beinhalten. Es fehlt Ihnen das Endosperm, d.h. das N\u00e4hrgewebe, dass sie die erste Zeit nach der Keimung bis zur Bildung des ersten Blatts ern\u00e4hrt. In der Natur sind diese Samen deshalb auf Symbiosepilze angewiesen, der nach der Aufnahme von Wasser in den Embryo eindringt und f\u00fcr die Aufnahme von Wasser und N\u00e4hrstoffen verant-wortlich ist. Gleichzeitig sch\u00fctzt der Symbiont den Keimling vor Bakterien- und Pilzattacken. Trifft der Samen nicht auf Symbiosepilze, wird er rasch von Bakterien und Pilzen abgebaut. Die Wahrscheinlichkeit, dass Orchideen-samen auf Symbiosepilze treffen sind in der Natur recht gering, weshalb diese Pflanzenfamilie riesige Mengen an Samen produzieren. Am h\u00f6chsten ist die Chance auf einen Symbionten zu treffen in unmittelbarer N\u00e4he von Orchideenpflanzen. Den selbst adulte Pflanzen sind mehr oder weniger bei ihrem Stoffwechsel von Symbiose-pilzen abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:1px\">.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"169\" height=\"208\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/rhiz.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21068\" data-full-url=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/rhiz.jpg\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21068\" class=\"wp-image-21068\"\/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"165\" height=\"228\" src=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/rhizoct.jpg\" alt=\"\" data-id=\"21069\" data-full-url=\"https:\/\/cypripedium.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/rhizoct.jpg\" data-link=\"https:\/\/cypripedium.at\/?attachment_id=21069\" class=\"wp-image-21069\"\/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Beginn des 19. Jahrhunderts fand G. Morel eine Methode um Orchideensamen ohne Symbionten zum Keimen und Wachsen zu bringen. Seine Methode Orchideensamen auf sterile N\u00e4hrmedien auszus\u00e4en ist noch heute neben der symbiotischen Methode die bedeutenste M\u00f6glichkeit in kurzer Zeit grosse Mengen von S\u00e4mlinge zu produzieren.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Symbiotische Aussaatmethode<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Bei der symbiotischen Aussaat wird der Vorgang in der Natur nachgestellt: Orchideensamen werden mit Desinfektionsmittel Oberfl\u00e4chen-desinfiziert und auf einen N\u00e4hrboden gebracht, der mit einen geigneten Symbiosepilz beimpft wurde. Der N\u00e4hrboden beinhaltet neben dem Geliermittel (Agar Agar) lediglich St\u00e4rke (Haferflocken), die dem Pilz zur Ern\u00e4hrung dient. Alle 1-2 Monate, wenn die St\u00e4rke vollst\u00e4ndig verbraucht und abgebaut wurde, werden die gekeimten Samen (Protokorme) auf neuen N\u00e4hrboden umgelegt. Nach 6 bis 12 Monaten sollten die S\u00e4mlinge Pikiergr\u00f6sse erreicht haben, und k\u00f6nnen auf erdiges Substrat gesetzt werden. Die symbiotisch gezogenen S\u00e4mlinge entwickeln sich sehr rasch zur Pikiergr\u00f6sse, und besitzen aufgrund der Pilze Abwehrmechanismen gegen\u00fcber Bakterien und Pilze bei \u00dcberf\u00fchrung in Erdsubstrat. Schwierig ist es jedoch an geeignete Pilz-Isolate zu kommen. Auch ein h\u00f6herer Arbeitsaufwand durch das \u00f6ftere Umlegen auf frischen N\u00e4hrboden ist einzuberechnen. Heute wird diese Methode nur begrenzt bei den Gattungen<em>&nbsp;Dactylorhiza, Orchis, Ophrys<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Spiranthes<\/em>&nbsp;angewendet.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Assymbiotische Aussaatmethode<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Auch bei dieser Methode werden Orchideensamen mit Desinfektionsmittel behandelt. Neben der Sterilit\u00e4t des Samen wird dabei auch die Carapace (die innere Keimh\u00fclle, die die Keimhemmung bewirkt) durch die Bleichmittel abgebaut. Der N\u00e4hrboden, auf dem die desinfizierten Samen aseptisch aufgebracht werden, beinhaltet neben allen essentiellen Makro- und Mikron\u00e4hrstoffen auch Kohlenhydrate und Phytohormone, die Keimung und Wachstum beschleunigen sollen. Nach der erfolgten Keimung werden die Protokorme unter sterilen Bedingungen auf frisches N\u00e4hrmedium vereinzelt. Alle Arbeitsg\u00e4nge werden unter sterilen Bedingungen durchgef\u00fchrt. Hierzu werden im Labor Autoklaven und die Reinluftbank (Laminarairflow) verwendet. Nach mindestens 12 Monaten sind die S\u00e4mlinge pikierfertig, und k\u00f6nnen auf Erdsubstrat \u00fcberf\u00fchrt werden. Da diese S\u00e4mlinge kein trainiertes Immunsystem besitzen, sind die Ausf\u00e4lle durch Pilzbefall dementsprechend h\u00f6her. Diese Methode wird bei alle Orchideenarten f\u00fcr die Produktion gro\u00dfer Mengen an S\u00e4mlingen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Iris-Embryokultur<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Der Embryo bei Irissamen ist im Endosperm eingebettet, welches durch eine Schale gesch\u00fctzt wird. Die Keimhemmung geht von Substanzen aus, die im Endosperm enthalten sind. Diese Keimhemmung kann durch Stratifizierung (K\u00e4ltebehandlung), oder gleich durch die Entfernung des gesammten N\u00e4hrgewebes behoben werden. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung werden Samen mindestens 10 Tage gew\u00e4ssert. Vor der Entnahme der Embryonen werden die Samen Oberfl\u00e4chen-desinfiziert. Mit sterilem Werkzeug (Pinzetten, Klammern und Skalpel) wird der Embryo freigelegt und mit einer Nadel\/\u00d6se auf steriles N\u00e4hrmedium gelegt. Die Keim-hemmenden Substanzen sind damit entfernt, das Endosperm durch N\u00e4hrmedium ersetzt. Im Dunklen keimen die Embryonen nach ca. 14 Tagen, unter k\u00fcnstlicher Beleuchtung ben\u00f6tigt es weitere 6 Wochen bis die S\u00e4mlinge 2 bis 3 Bl\u00e4tter produzieren und auf Erdsubstrate gesetzt werden k\u00f6nnen. Bis zur Erstbl\u00fcte ben\u00f6tigt es weitere 1 bis 2 Jahre.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Forced germination<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Dieses Verfahren wird besonders bei der Aussaat der Aril-Iris angewendet, und ist auch unter dem Begriff &#8220; Anschneiden&#8220; bekannt. Die Samen werden Oberfl\u00e4chen-desinfiziert, und die Kappe, an dem die Mikrophylle (Stelle, an dem der S\u00e4mling herauskriecht) liegt, abgeschnitten. Die behandelten Samen werden in sterilem, befeuchtetem Perlit\/Vermiculit im Dunklen aufbewahrt, bis der Embryo beginnt sich zu strecken. Diese Keimung kann durch eine Kalt-Stratifikation unterst\u00fctzt werden. Gekeimte Samen werden auf Erdsubstrat gesetzt. Bei dieser Methode wird die Keimung des Embryos erzwungen, denn sonst w\u00fcrde&nbsp;der Samen durch diese geschaffene Eintrittspforte von Pilzen befallen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anzucht in unserem Labor Grundlage Die Samen von Orchideen bestehen lediglich aus ca. 100 Zellen des Ebryos, der die gesammte Erbinformation beinhalten. Es fehlt Ihnen das Endosperm, d.h. das N\u00e4hrgewebe, dass sie die erste Zeit nach der Keimung bis zur Bildung des ersten Blatts ern\u00e4hrt. In der Natur sind diese Samen deshalb auf Symbiosepilze [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21043,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/21067"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21067"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/21067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21076,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/21067\/revisions\/21076"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/21043"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cypripedium.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}